- ABGESAGT - Zur ethischen Debatte um ärztliche Suizidhilfe

Greifswalder Rede,Öffentlicher Abendvortrag

Dürfen Ärzte schwerstkranke oder gar lediglich „lebensmüde“ Patienten dabei unterstützen, einen wohlüberlegten Suizid zu begehen? Indem sie ihnen zu einem sanft-tödlichen Medikament verhelfen und ihnen vielleicht auch bei dessen Einnahme kompetent beistehen? Kaum ein anderes Thema der Medizinethik wird gegenwärtig so erbittert und kontrovers debattiert wie Fragen nach der Legitimität von Suizidhilfe. Grob dargestellt stehen hier Meinungsführer aus organisierter Ärzteschaft, Politik und Kirche auf der ablehnenden, die Bevölkerung ganz überwiegend auf der befürwortenden Seite.
Im Vortrag wird zunächst der komplexe Hintergrund skizziert, vor dem sich diese Fragen mit offensichtlich zunehmender Dringlichkeit stellen. Sodann sollen die ethischen Argumentationslinien kritisch nachgezeichnet werden, um deren Plausibilität es letztendlich auch bei den aktuell noch ausstehenden verfassungsgerichtlichen Entscheidungen zur Suizidhilfe geht.

Bettina Schöne-Seifert ist approbierte und promovierte Humanmedizinerin mit einer Habilitation in der Philosophie. Seit 2003 hat sie den Lehrstuhl für Medizinethik an der Universität Münster inne. Sie war von 2001 – 2010 Mitglied des Nationalen bzw. Deutschen Ethikrats und von 2008 - 2013 Fellow der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 2008 ist sie Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und seit 2010 Mitglied der Nationalen Akademie Leopoldina sowie Fellow des Hastings Centers. Von 2010 bis 2018 leitete sie gemeinsam mit Kollegen die Münsteraner Kollegforschergruppe „Normenbegründung in Medizinethik und Biopolitik“. Ihr Hauptarbeitsgebiet ist die Medizinethik mit derzeitigen Arbeitsschwerpunkten etwa zu Fragen der theoretischen Grundlagen von Bioethik, der Sterbehilfe, des Genom-Editierens und der Patientenautonomie sowie zu ethischen und wissenschaftstheoretischen Fragen zum Umgang mit Alternativmedizin, nicht zuletzt im Rahmen des 2016 von ihr initiierten Münsteraner Kreises.

Moderation: Dr. Christian Suhm

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