Aus fernen oder versunkenen Welten: Nachrichten aus der Bibliothek der Aufklärung

Workshop
Abbildung: Landesarchiv Greifswald Rep. 41 Plathe I A 5.2.

Der eintägige Workshop über Bibliotheken im 18. Jahrhundert soll Bilanz, Perspektivierung und Ausblick zugleich sein: Bilanz eines Forschungsjahrs über die Geschichte einer Sammlung, der „Bibliothek Schloss Plathe“. Diese wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in Hinterpommern, einer entlegenen Provinz des Königsreichs Preußen, von einem Kammerherrn Friedrich des Großen gegründet. Dieses konkrete Fallbeispiel und die Wiederentdeckung eines Katalogs der Sammlung aus dem Jahr 1756 bieten Anlass, über die eklektischen Bestände solcher Bibliotheken der Aufklärung erneut nachzudenken und dabei eine global- und regionalgeschichtliche Perspektive zu entwickeln. Die Sammlungen – aber auch die Kataloge der Bibliotheken des 18. Jh. – zeugen einerseits von ihrer starken historiographischen (pommersche Quellensammlungen, Genealogien und Münzen), und geographisch-regionalen Verankerung (Karten, Meilenzeiger, Verzeichnis der pommerschen Städte etc.), andererseits von einem neuen universalistischen philosophischen Denken, das die entferntesten Ortschaften einer Provinz über einen regen Briefaustausch mit Akteuren der Kulturzentren verbindet. Manuskripte religionskritischer Texte zirkulieren beispielweise unter dem Mantel der Vertraulichkeit und finden ihren Platz in den Regalen der Bibliotheken neben Leichenpredigten pommerscher Persönlichkeiten und Bibelsammlungen in Plattdeutsch. Der Titel des Workshops – „Aus fernen oder versunkenen Welten: Nachrichten aus den Bibliotheken der Aufklärung“ – lässt zwei Hauptausrichtungen der Bibliothek als Wissensort anklingen, die es mit Blick auf die zukünftige Forschung zu diesem Thema in ihrer Gleichzeitigkeit und Kongruenz zu verstehen gilt: Eine horizontale, die von Universalismus und Neugier auf das Unbekannte geprägt ist, sowie eine vertikale, die die Verbundenheit mit einem Ort, seiner Region und seiner Geschichte betont.

Referenten
Dirk Alvermann (Greifswald)
Sabine Beckmann (Osnabrück)
Torsten Fried (Schwerin)
Britta-Juliane Kruse (Wolfenbüttel)
Małgorzata Kubisiak (Łódź)
Michael Kunzel (Berlin)
Monika Schneikart (Greifswald)
Vanessa de Senarclens (Greifswald / Berlin)

Information
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Christin Klaus M. A.
17487 Greifswald
Telefon +49 3834 420-5029
Telefax +49 3834 420-5005
christin.klaus@wiko–greifswald.de

Anmeldung
per E-Mail direkt bei der Tagungsleitung

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald


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