Das Große Deutsche Sängerfest 1861 in Nürnberg und seine Komponisten. Akteure, Medien, Inszenierungen

Internationale Fachtagung
Abbildung: Auszug aus dem Gedenkbuch des in der Stadt Nürnberg 1861 begangenen Großen Deutschen Sängerfestes, 1861. Bayerische Staatsbibliothek digital

Das Nürnberger Sängerfest von 1861 gilt als Markstein in der Geschichte des deutschsprachigen Chorsingens: Es war nicht nur das bis dahin größte Sängerfest mit mehr als 5000 Sängern aus 197 Städten und ca. 60.000 Gästen, sondern von dort ging auch der Impuls aus für die Gründung des Deutschen Sängerbundes (DSB) 1862 in Coburg, einer der Vorgängerorganisationen des heutigen Deutschen Chorverbandes. Bereits die überwältigende Teilnehmerzahl symbolisierte den Willen zur deutschen Einheit und erzeugte eine ungeheure nationale Aufbruchsstimmung – lange vor der Reichsgründung 1871. Gerade aus einer kultur- und mediengeschichtlichen Perspektive zeichnet sich ab, in welch vielfältiger Weise und mit ganz unterschiedlichen Zielen, Medien und personellen Kräften das Fest inszeniert und in der kollektiven Erinnerung – zumindest der Sänger – verankert wurde. Dies soll im Rahmen der Tagung näher beleuchtet werden, u.a. inwieweit die Wirkung des Festes über die Sängerszene hinausreichte, welche Rolle dabei dem Medieneinsatz zukam und was die – heute zum Großteil unbekannten Musiker – aus damaliger Sicht als Festkomponisten und -dirigenten prädestinierte.

Anmeldung

PROGRAMM

Donnerstag, 19. März 2020

18.30 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
„[...] Gewerb’ und Kunst sich einen zu Genossen.“ Nürnberg 1861: Das „deutsche Lied“ als Fanal für die deutsche Einheit
Hartmut Krones (Wien)
Moderation: Martin Loeser (Greifswald)
anschließend: Empfang

Freitag, 20. März 2020

9.00 Uhr – 9.15 Uhr Begrüßung
Monika Unzeitig (Dekanin, Philosophische Fakultät)
Matthias Schneider (Direktor, Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft)
Wissenschaftliche Leitung des Krupp-Kollegs
9.15 Uhr – 9.30 Uhr Von „Leier und Schwert“ zum Telegramm. Männergesang, Festkultur und (Musik)-Geschichtsschreibung
Martin Loeser (Greifswald)

Sektion 1: Das Fest und seine Wirkung. Medien und Inszenierungen
Moderation: Martin Loeser (Greifswald)
9.30 Uhr – 10.15 Uhr North-German Sängerfeste prior to 1861: The question of Schleswig und Holstein in the light of pan-Germanism, local patriotism and Scandinavism
Michael Fjeldsøe (Kopenhagen)
10.15 Uhr – 11.00 Uhr Das Nürnberger Sängerfest aus Sicht der Geschichtswissenschaft: Erhoffte und tatsächliche Wirkung
Dietmar Klenke (Paderborn)
11.00 Uhr – 11.30 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr – 12.15 Uhr Das Nürnberger Sängerfest und der deutschbaltisch-estnische Kulturraum: Ausstrahlungen und Impulse  
Anu Schaper (Tallinn)
12.15 Uhr – 13.00 Uhr Kaiserburg, Dürerhaus und Dutzendteich: Die Stadt als Festsaal beim Großen Deutschen Sängerfest
Barbara Eichner (Oxford)
13.00 Uhr – 14.30 Uhr Mittagspause
14.30 Uhr – 15.15 Uhr Die Sängerhalle auf dem Maxfeld als Medium
Gesa zur Nieden (Greifswald)

Sektion 2: Die Festkomponisten im Fokus: Karrieren, Netzwerke, Erfolgswerke
Moderation: Friedhelm Brusniak (Würzburg)
15.15 Uhr – 16.00 Uhr Sänger, Dirigenten, Komponisten. Entstehung und Entwicklung bildungsbürgerlicher Netzwerke in der Mitte des 19. Jahrhunderts
Harald Lönnecker (Chemnitz / Koblenz)
16.00 Uhr – 16.30 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr – 17.15 Uhr Anton Bruckner und das Große Deutsche Sängerfest
Barbara Mayer (Wien)
17.15 Uhr – 18.00 Uhr „Nüchternheit und Schwärmerei“ – Der kompositorische Nachlass des Stadtkämmerers Valentin Eduard Becker (1814-1890) im Archiv des Sängermuseums
Alexander Arlt (Feuchtwangen)

18.00 Uhr – 19.00 Uhr Referent*innen-Imbiss

20.00 Uhr Öffentliches moderiertes Konzert
„Denkmal und Zeichen“? Chorlieder der Sängerbewegung.
Projektchor
Künstlerische Leitung: LKMD Professor Frank Dittmer (Greifswald)

Samstag, 21. März 2020
Sektion 3: Erinnerungskultur(en) an das Sängerfest und seine Protagonisten
Moderation: Gesa zur Nieden (Greifswald)
9.00 Uhr – 9.45 Uhr Bilder, Alben, Monumente – Strategien der Erinnerungsbildung
Friedhelm Brusniak (Würzburg)
9.45 Uhr – 10.30 Uhr Niederländische Ego-Dokumente (1830-1870) als Quelle für das Erlebnis Musikfest
Jeroen van Gessel (Groningen)
10.30 Uhr – 11.00 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr – 11.45 Uhr Ferdinand Möhring und die Möhring-Gesellschaften
Ulrike Liedtke (Potsdam)
11.45 Uhr – 12.30 Uhr „Da haben die Schlingel sich endlich heiser gered‘t | Bis sie endlich im Reinen waren“. Zwischen Re-Inszenierung und Reflektion: Die Rezeption der Sängerbewegung im 20. Jahrhundert
Friederike Wißmann, Yvonne Wasserloos (beide Rostock)
12.30 Uhr – 13.00 Uhr Abschlussdiskussion

Informationen:
Dennis Gelinek M. A.
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Tagungsbüro
17487 Greifswald
Telefon: +49 3834 420-5015
Telefax: +49 3834 420-5005
E–Mail: dennis.gelinekwiko-greifswaldde

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