Die Revolution als Chance und Gefahr. Deutschlands Zukunft 1918/19

Öffentlicher Abendvortrag

Nach der militärischen Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und der Flucht des Kaisers brach im November 1918 der Erwartungshorizont des Kaiserreichs endgültig zusammen. Deutschlands Zukunft schien offen zu sein. Schon die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umgestaltungen während des Krieges sowie die Wahrnehmung der Russischen Revolution hatten den Raum des politisch Denkbaren erweitert. In den noch einmal beschleunigten Veränderungen der Revolution gingen alte Gewissheiten verloren, und es blühten Visionen einer „neuen Zeit“ sowie Utopien verschiedener Couleur. Zugleich weckte die Revolution aber auch massive Ängste sowohl vor diesen Veränderungen als auch vor der Unordnung und dem Chaos, mit denen sie einhergehen würden. Während die Hoffnungen in und die Angst vor der Revolution zumeist unabhängig voneinander betrachtet werden, untersucht der Vortrag ihr Wechselspiel und dessen Bedeutung für die Entwicklung und den Ausgang der Revolution.

Rüdiger Graf studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of California. Seine Promotion schloss er 2006 an der Humboldt-Universität zu Berlin ab, seine Habilitation für das Fach Neuere und Neueste Geschichte folgte 2013 an der Ruhr-Universität Bochum. Im Wintersemester 2017/18 ist er Gastprofessor für Neuere Geschichte an der Freien Univeristät Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u. a. im Bereich der Internationalen Geschichte im 20. Jahrhundert, der Wissensgeschichte von Öl und Energie und der Europäischen Geschichte seit 1945.

Moderation: Professor Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann

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