Ein deutsches Tagebuch

Die alljährliche feierliche Eröffnung des Festivals. Ein fulminanter Auftakt für 10 Tage polnischer Kunst, Kultur und Wissenschaft in der Hansestadt. Die Eröffnung beginnt mit der Verleihung des Förderpreises für deutsch-polnische Zusammenarbeit an der Universität Greifswald. Mit dem Förderpreis wird die Forschungsarbeit junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die im Rahmen einer deutsch-polnischen Zusammenarbeit entstanden ist oder einen bedeutenden Beitrag zum Kontext der deutsch-polnischen Beziehungen leistet.
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Wenn ein Autor prädestiniert dafür ist, ein polnisch-deutsches Tagebuch zu schreiben, dann ist es Stefan Chwin. In seiner Heimat Danzig gilt er als Schriftsteller der „polnisch-deutschen Versöhnung“, auch wenn ihm selbst dieses Prädikat zu undifferenziert ist. In seinem in Polen viel beachteten autobiographischen Roman „Hanemann“ (dt. „Tod in Danzig“) hat Stefan Chwin geschildert, wie sich ein polnischer Junge in der Nachkriegszeit vom Hass auf die Deutschen befreit.
In den Essays und Aphorismen des „deutschen Tagebuches“ bilanziert Chwin nicht nur ein Vierteljahrhundert seiner Reisen durch Deutschland. Vielmehr demontiert er Stereotype und Erscheinungen eines unechten „Versöhnungskitsches“, fragt nach den aktuellen Beziehungen zwischen Deutschen und Polen, äußert sich fasziniert über die Malerei der deutschen Romantik oder die Spuren deutscher Kultur in Danzig und verortet eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber seinem Heimatland in der deutschen Literatur. Bei allem zeigt sich Chwin als ebenso aufmerksamer wie feinfühliger Beobachter. Seine Tagebucheinträge sind differenziert, schonungslos und manches Mal mit einer gehörigen Prise Ironie gewürzt.

Der 1949 geborene Schriftsteller, Publizist und Literaturhistoriker ist in Polen als herausragender Kritiker der Moderne bekannt und gehört zu den wichtigsten intellektuellen Stimmen seines Landes. In Deutschland ist Stefan Chwin vor allem als Autor der Romane „Tod in Danzig“, „Die Gouvernante“ und „Der goldene Pelikan“ sowie der Poetikvorlesungen „Stätten des Erinnerns“ bekannt geworden.

Lesung mit Jan Holten
Moderation: Professor Dr. Eckhard Schumacher

Im Anschluss an den feierlichen Auftakt und an die Lesung bleibt bei einem Buffet noch Zeit und Raum für Begegnungen, um den Abend in entspannter Atmosphäre bei dem einen oder anderen guten Gespräch ganz im Zeichen des kulturellen Austauschs ausklingen zu lassen.

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald


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