Helden der Arbeit, zärtliche Väter, berufstätige Mütter und traumhafte Modellfrauen. Wie emanzipiert waren die Frauen- und Männerbilder in der DDR?

Öffentlicher Abendvortrag

Die Frauen- und Männerbilder in der DDR waren vorrangig durch Erwerbsarbeit geprägt. Für die Frauen sollte die Erwerbsintegration zu ihrer Emanzipation beitragen. Als berufstätige Mütter waren sie selbstverständlich auch für die Fürsorgearbeit zuständig. Neben diesen offiziellen Leitbildern lassen sich in der Geschichte der DDR auch alternative Frauen- und Männerbilder finden. So tauchten in den 1980ern zunehmend Bilder von zärtlichen Vätern in den Zeitschriften auf. Der Blick in die Kultmodezeitschrift Sibylle belegt eine zunehmende Pluralisierung der Frauenbilder bis hin zur Kreation der Modellfrau: junge, schöne Frauen frei von Erwerbsarbeit und Mutterschaft. Was sagen diese Bilder über den Grad der Emanzipation aus, in welchem Verhältnis stehen sie zur offiziellen Frauen- und Gleichstellungspolitik der DDR?

Sylka Scholz ist seit 2014 Professorin am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie erlernte in der DDR den Beruf einer Fachverkäuferin und absolvierte ein Fachschulstudium. Nach der politischen Wende studierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin Kulturwissenschaft und Soziologie und schlug anschließend eine akademische Laufbahn ein. Sie forscht in den Bereichen Geschlechter- und Familiensoziologie mit unterschiedlichen qualitativen Methoden. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Männlichkeitsforschung. Ihre neueste Publikation widmet sich dem Thema Caring Masculinities? Männlichkeiten in der Transformation in kapitalistischen Wachstumsgesellschaften (München 2019, mit A. Heilmann).

Moderation: Dr. Jenny Linek

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