Register der Kritik. Schreibweisen der Aufklärung zwischen Episteme und Gattung

Internationale Fachtagung

Die Praktiken und Schreibweisen der philosophischen und literarischen Kritik, wie sie sich im 18. Jahrhundert entwickelt haben, machen kenntlich, wie sich der historische Makroprozess der Aufklärung konkret vollzogen hat: es sind die vielgestaltigen Register der Kritik von der Buchbesprechung über den kritischen Kommentar bis hin zum philosophischen Traktat, an denen deutlich wird, wie sich die Aufklärung in den europäischen Sprachräumen und Kulturen entwickelt hat. Die kritischen Schreibweisen der Aufklärung weisen über das 18. Jahrhundert hinaus auf die Entwicklung der Moderne insgesamt, denn ohne die universale Notation der Kritik scheint die intellektuelle Buchführung der Moderne schlechterdings unmöglich.

Die Tagung beleuchtet die Schreibweisen der Kritik aus literaturwissenschaftlicher, historischer und philosophischer Perspektive. Sie sucht darüber die Frage nach den Funktionsweisen der europäischen Aufklärung im 18. Jahrhundert zu erhellen – und aufzuzeigen, welche kritischen Erbschaften des Aufklärungsjahrhunderts am Beginn der Moderne stehen und von dort aus bis in die Gegenwart wirksam sind.


Vorläufiges Programm:
Donnerstag, 9. Juli 2020
14.30 Uhr - 15.00 Uhr Registrierung im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
15.00 Uhr - 15.15 Uhr Register der Kritik zwischen Episteme und Gattung – zur Einführung in das Tagungsthema
(Klaus Birnstiel, Greifswald; Elisabeth Décultot, Halle; Boris Previšić, Luzern)
15.15 Uhr - 16.00 Uhr Anonymität und Parrhesie. Oder: Was heißt "Freimütigkeit im Sprechen"?
(Michael Multhammer, Siegen)
16.00 Uhr - 16.30 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr - 17.15 Uhr Das Dilemma des Kritikers. Literarisches Werten in der Aufklärung im Spannungsfeld von subjektivem Geschmack und objektivem Begründungsdruck. (Stefanie Stockhorst, Potsdam)
17.15 Uhr - 18.00 Uhr ‚Stimmungen‘ in der Literaturkritik des 18. Jahrhunderts (Christoph Schmitt-Maaß, Potsdam)
19.00 Uhr - 20.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag
Was war Kritik? Überlegungen zu einer Kulturform der Aufklärung (Hans Ulrich Gumbrecht, Stanford)
Ort: Aula der Universität Greifswald, Domstraße 11

Freitag, 10. Juli 2020
9.30 Uhr - 10.15 Uhr TBA
10.15 Uhr - 10.45 Uhr Kaffeepause
10.45 Uhr - 11.30 Uhr Mikrologie und die paradoxen Strategien der Vorurteilskritik (Eric Achermann, Münster)
11.30 Uhr - 12.15 Uhr Polemik als Kritik. Zur Berliner Spätaufklärung (Nicola Kaminski, Bochum)
12:15 Uhr - 14.00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr - 14.45 Uhr Kritik und Korrektur. Zwischen Philologie, Philosophie und Politik (Caspar Hirschi, St. Gallen)
14.45 Uhr - 15.30 Uhr TBA
15.30 Uhr - 16.15 Uhr Die polyphone Kritik als gegenrhythmische Unterbrechung (Boris Previšić, Luzern)
16.15 Uhr - 16.45 Uhr Kaffeepause
16.45 Uhr - 17.30 Uhr Die kühlen Schwestern der Kritik. Unparteilichkeit und Uneigentlichkeit und ihre medialen Dispositive (Anita Traninger, Berlin)
17.30 Uhr - 18.15 Uhr TBA

Samstag, 11. Juli 2020
9.30 Uhr - 10.15 Uhr Kritik der critique. Deutsch-französische Transfers (Elisabeth Décultot, Halle)
10.15 Uhr - 10.45 Uhr Kaffeepause
10.45 Uhr - 11.30 Uhr Kritik als Prosa. Form- und Funktionswandel kritischer Schreibweisen zwischen Hochaufklärung und Frühromantik  (Klaus Birnstiel, Greifswald)
11.30 Uhr - 12.15 Uhr Herders Kritische Wälder oder Die Stimmen der Kritik (Dirk Rose, Innsbruck)
12.15 Uhr - 12.45 Uhr Diskussion und Resümee: Perspektiven der Kritikforschung für das 18. Jahrhundert
(Klaus Birnstiel, Greifswald; Elisabeth Décultot, Halle; Boris Previšić, Luzern)

Anmeldung

Die internationale Fachtagung wird von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und der Sparkasse Vorpommern sowie von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung gefördert.


Information:
Sebastian Jatzke
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Tagungsbüro
Telefon 03834 420-5015, Telefax 03834 420-5005
sebastian.jatzkewiko-greifswaldde

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald

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