Therapieren oder philosophieren? Der melancholische Mensch zwischen Psychiatrie und Philosophischer Praxis

Forschung

Ohne Menschen, die unablässig nach dem Warum fragen, hätten Philosophie und Wissenschaft sich kaum entwickelt. In der psychiatrischen Diagnose gilt das Grübeln allerdings als Symptom der Depression und damit einer seelischen Erkrankung, deren Kriterien in den letzten Jahrzehnten immer weiter gefasst wurden. Braucht jeder Schwermütige eine Psychotherapie, vielleicht sogar Medikamente? Philosophische Praktiker wollen nicht Kranke therapieren, sondern nachdenkliche Menschen bei der Sinnsuche unterstützen. Wo ist die Grenze zu ziehen? Der Psychiater Georg Schomerus und der Philosophische Praktiker Fred Gebler erkunden die Rollenverständnisse und möglichen Konflikte ihrer Berufe. Dabei geht es auch um die Frage, wer und was in unserer Gesellschaft als normal oder krank gilt, und warum.

Fred Gebler studierte an den Universitäten Bonn und Freiburg Philosophie, Psychologie und Ethnologie und absolvierte Forschungsaufenthalte in Indien und Südostasien. Fred Gebler leitet in Greifswald eine Philosophische Praxis. Er ist Mitglied der „Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis“ und Gründungsmitglied und Lehrpraktiker des „Berufsverbandes für Philosophische Praxis“.

Georg Schomerus ist Psychiater und stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie der Universitätsmedizin Greifswald. Nach dem Medizinstudium in Freiburg und London absolvierte er seine Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Hannover und Leipzig. Georg Schomerus lebt und arbeitet seit 2009 in Greifswald, sein Forschungsschwerpunkt ist die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Krankheiten.

Moderation: Philipp P. Thapa

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschaftskolleg

    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald


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