Ukrainertum, Freiheitspathos und Psychopathie in der Prosa Nikolaj Leskovs

Öffentlicher Abendvortrag
Foto: Ruhr-Universität Bochum

Im Vortrag geht es um die Ukraine-Wahrnehmung in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum steht mit Leskov ein Autor, der als ur-russisch bekannt ist und dessen künstlerisch hoch komplexe Auseinandersetzung mit der ethno-religiösen Vielfalt des Russischen Reiches in den letzten Jahren zunehmend von der Forschung entdeckt wird. Leskovs Ukraine wird vor dem Hintergrund der imperialen, z. T. kolonialistischen russischen Vorstellungswelt präsentiert. Wichtigstes Ziel des Vortrags ist es jedoch, Leskov als kritischen Schriftsteller zu präsentieren, dessen Angriffe gegen Nationalismus, Gewalt und Xenophobie letztendlich kaum weniger hart mit dem „großen Bruder“, Russland, ins Gericht gehen.

Mirja Lecke ist Professorin für Slavische Literaturen an der Ruhr-Universität Bochum. Ihre Ausbildung hat sie an den Universitäten in Münster, St. Petersburg, Moskau, Krakau und Berkeley absolviert. In ihrer Forschung untersucht sie literarische Wechselbeziehungen und kulturelle Hegemonien, insbesondere im Dreieck Russland – Polen – Ukraine, von der imperialen bis zur postsowjetischen Periode. 2015 veröffentlichte sie die Monographie Westland. Polen und die Ukraine in der russischen Literatur von Puškin bis Babel’ (Frankfurt: Peter Lang), und soeben erschien das von ihr mitherausgegebene Buch Russland und Georgien nach dem Imperium (Moskau: Novoye literaturnoye obozrenie).

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