Das Schreiben am Smartphone nimmt einen zentralen Stellenwert in der Schriftkultur digitaler Gesellschaften ein. Übergangsmomente im Alltag werden für kurze schriftliche Interaktionen genutzt, etwa um unterwegs auf Textnachrichten zu reagieren. Der Vortrag untersucht solche Schreibprozesse und stellt hierfür Überarbeitungspraktiken in den Fokus, die Einblicke in die mikrostrukturelle Organisation mobilen Schreibens geben. Vorgestellt werden Ergebnisse zweier Studien aus der deutschsprachigen Schweiz, die mithilfe von Screen Captures, Eye-Tracking, Keylogging und Videographie zeigen, wie Revisionen durch interaktionale Orientierung und körperliche Einbettung in Offline-Situationen geprägt sind.
Florian Busch ist Assistenzprofessor für Diskurs- und interaktionale Linguistik am Institut für Germanistik der Universität Bern. Er wurde an der Universität Hamburg promoviert und war als Visiting Scholar am MIT tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen digitale Kommunikation, Schriftlinguistik, Interaktionsanalyse sowie kritische Diskursforschung. Sein aktuelles Forschungsprojekt «Texting in Time» wird durch den Schweizerischen Nationalfond gefördert und untersucht den Sprachgebrauch alltäglicher Smartphone-Kommunikation in der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland.
Moderation: Professorin Dr. Konstanze Marx-Wischnowski
