Zur Dekolonisierung künstlerischer Gattungen: Das dialogische Bild in der Schwarzen Diaspora

Digital Lecture,Fellow Lecture

Mit Fokus auf die visuellen und diskursiven Strategien von künstlerischen Positionen der Schwarzen Diaspora werde ich deren gegenkulturelles und politisches Potential untersuchen. Dabei interessiere ich mich insbesondere für Bildkonzepte in der zeitgenössischen Malerei, die sich damit auseinandersetzen, die klassischen Bildgattungen wie Historiengemälde und Landschaftsmalerei zu dekolonisieren. Diese nenne ich dialogische Bilder, da diese verschiedene Konzepte der Dialogizität auf bild-ästhetischer Ebene realisieren. Dies funktioniert so, dass sie Perspektiven aus unterschiedlichen geographischen und zeitlichen Regionen miteinander in Friktion setzen, und dadurch die Betrachter*innen in performative Prozesse der transkulturellen Identifikation miteinbeziehen. Solche Bilder bieten Gegenerzählungen zu essentialistisch gedachten Konzepten von Identität und wehren sich somit gegen institutionellen Rassismus und den Ausschluss von Menschen von demokratischer Teilhabe. Die dialogischen Bilder der Schwarzen Diaspora leisten somit einen fundamentalen Beitrag zur Adressierung der Krise der Demokratie. Sie fordern, dass nicht nur der politische Diskurs für eine Vielzahl an Perspektiven offen bleibt, sondern diese auch in den kunsthistorischen Kanon Eingang finden.

Sarah Hegenbart ist Kunsthistorikerin, Philosophin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design an der Technischen Universität München. In ihrem Projekt Diagnosing post-truth politics: Dialogical art and black aesthetics untersucht sie die normativen Forderungen transkultureller Kunstwerke. Im Juni 2021 erscheint ihre Monographie Oper der Ambiguitäten: Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika. Sarah Hegenbart ist Mitherausgeberin der Anthologie Dada Data: Contemporary art practice in the era of post-truth politics (zusammen mit Mara Kölmel) und Herausgeberin des Bandes Curating transcultural spaces: Postcolonial conflicts in museological perspective. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie Mainz und Mitglied des Konsortiums des Horizon 2020 Forschungsprojekts Art and Research on Transformations of Individuals and Societies. Vor ihrer Promotion am Courtauld Institute of Art in London absolvierte sie einen M.St. in Ancient Philosophy an der University of Oxford und einen Magister in Philosophie und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin. Von Januar bis September 2021 ist Sarah Hegenbart Junior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald.

Moderation: Professorin Dr. Isabelle Dolezalek

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Organisatorische Hinweise zur Digital Lecture
Das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg bietet diese Veranstaltung live als Zoom-Meeting an, in dem sich Zuschauende auch mit Videobeiträgen an der anschließenden Diskussion beteiligen können.

  • Wir freuen uns, wenn Sie bei der Einwahl in Zoom Ihren Klarnamen angeben. Selbstverständlich können Sie an der Veranstaltung auch unter einem Pseudonym teilnehmen.
  • Eine Liste aller Teilnehmenden ist für alle Beteiligten während der gesamten Veranstaltung einsehbar.
  • Während des Vortrages sind die Mikrofone der Zuschauenden alle automatisch stumm geschaltet, um keine störenden Hintergrundgeräusche zu erzeugen. Die Kamera der Zuschauenden kann gern von Ihnen während des Vortrages angeschaltet werden.
  • In der anschließenden Diskussion können Wortmeldungen bzw. Fragen über die Funktion „Hand heben“ angezeigt werden. Diese finden Sie – je nach Endgerät – unter dem Button „Teilnehmer“, „Mehr“ oder „Reaktionen“.
  • Sie können die Hand auch wieder senken, wenn Sie die Frage zurückziehen wollen. Der Moderator/die Moderatorin führt eine Redeliste und erteilt in der Reihenfolge der Meldungen das Wort.
  • Wenn Sie von dem Moderator/der Moderatorin aufgefordert werden, Ihre Frage bzw. Ihre Wortmeldung vorzubringen, werden Sie über die Benutzeroberfläche aufgefordert, Ihr Mikrofon anzuschalten. Gern können Sie dann, wenn noch nicht geschehen, auch Ihre Kamera anschalten. Insbesondere beim Vortragen von längeren Wortmeldungen ist dies gewünscht, damit die Vortragenden auch sehen können, wer die Frage stellt bzw. die Anmerkung macht.
  • Selbstverständlich haben Sie darüber hinaus auch die Möglichkeit, Ihre Fragen schriftlich im Chat zu stellen.

Aufzeichnung der Digital Lecture
Die Digital Lecture wird aufgezeichnet, um sie für die Mediathek des Kollegs zu nutzen. In der Aufzeichnung wird nur der/die Vortragende, dessen/deren Präsentation sowie der Moderator/die Moderatorin zu hören bzw. zu sehen sein. Video-, Audio oder Chatbeiträge werden nicht aufgezeichnet. Ein „REC“-Zeichen am oberen Bildrand informiert die Teilnehmenden über die aktuelle Aufzeichnung.

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Zugang zum virtuellen Hörsaal des Kollegs

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