Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung von der ‚OMICS‘-Forschung bis zur Zellbiologie

Obwohl die Pankreatitis die häufigste Erkrankung des Bauchraums im Krankenhaus ist, gibt es für sie bis heute keine spezifische Therapie. Sie gilt einerseits als Modellerkrankung für nicht-bakterielle Entzündungen, andererseits wird ihr Schweregrad aber durch bakterielle Translokation aus dem Darm bestimmt. Die Zusammensetzung des Darmmikrobioms wird wiederum durch die Funktion der Bauchspeicheldrüse reguliert. Greifswalder OMICS-Studien konnten Risiko-Gene und metabolische Biomarker für die Pankreatitis identifizieren. Untersuchungen in experimentellen Krankheitsmodellen haben gezeigt, dass sie sich immunologisch stark von anderen Krankheiten unterscheidet. Diese Entdeckungen ermöglichen erstmals kausale Therapiestrategien.

Markus Lerch wuchs im Rheinland auf und studierte in Freiburg und Glasgow Medizin. Seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt er als DFG-Stipendiat an der Harvard University und der Universität Mailand. Von 1994 bis 1996 war er Mitarbeiter bei Axel Ullrich am MPI in Martinsried. Seine Arbeit als Arzt führte ihn 2003 von Münster nach Greifswald, wo er die Klinik für Innere Medizin A leitet. Anfang November erhielt er in Miami den George-Palade-Preis für seine Arbeiten zur Zellbiologie der Pankreatitis. Lerch war acht Jahre Fachkollegiat der DFG und ist seit 2015 Mitglied des Wissenschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland.

Moderation: Professor Dr. Uwe Bornscheuer


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