Ruhm, Popularität und Populismus

Der Vortrag versucht jenseits der üblichen Bestimmungen Populismus in eine lange Reihe gesellschaftlicher und semantischerVeränderungen einzuordnen. Gezeigt werden soll, wie die antike Kategorie des Ruhms (Fama: als Ruhm und als Gerücht) sowohl für die Bildung „nationaler Körperschaften“ genutzt wird als  auch die zirkulativen Öffentlichkeiten des Populären (Starkult etc.) bestimmt. Heutiger Populismus verbindet beides mit dem Ziel, in der modernen Gesellschaft durchaus mittels neuester Technologien wieder zu einer konfrontativ ausgerichteten Körperschaftsbildung zu gelangen und so im Rahmen und gegen die  deliberative Demokratie wieder das „Politische“ (im Sinne Carl Schmitts) zu reaktivieren.

Jürgen Fohrmann studierte in Münster und Bielefeld. Seit 1992 ist er Professor für Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Bonn. Zwischen 1994 und 1997 war er Vorsitzender des Deutschen Germanistenverbandes. Zwischen 2006 und 2008 war er Dekan der Philosophischen Fakultät. Von 2009 bis 2015 war er Rektor der Universität Bonn. 2016 kehrte er auf die Bonner Professur zurück, die er bis heute innehat. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Literatur- und Medientheorie, Wissenschaftsgeschichte und Literatur- und Kulturgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen u. a.: Chronik/Gefühle. Sieben Beiträge zu Alexander Kluge, Bielefeld 2017; Feindschaft/Kultur, Bielefeld 2017 und gemeinsam mit Carl Friedrich Gethmann Topographien von Intellektualität, Göttingen 2018.

Moderation: Professor Dr. Eckhard Schumacher


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