Sprache und Kultur ­­— Schlüssel zu exzellenten deutsch-polnischen Beziehungen?

In Polen lernen mehr Menschen Deutsch als in irgendeinem anderen Land der Welt. Das Engagement deutscher Institutionen in der Auswärtigen Kulturpolitik – u.a. des Goethe-Instituts, des DAAD, des Deutsch-Polnischen Jugendwerks und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit – ist in Polen beträchtlich. Offensichtlich ist aber auch ein großes Ungleichgewicht: die Zahl der Polnisch-Lernenden in Deutschland ist gering, auch das deklarierte Interesse am jeweiligen Nachbarland ist in Deutschland deutlich schwächer als in Polen. Denken wir an die Ziele der Lissabonner Strategie, die Mehrsprachigkeit an den Schulen  zu fördern, ist die Bilanz in den EU-Mitgliedsstaaten ernüchternd. Ich bin davon überzeugt, dass gerade in politisch angespannten Zeiten die Förderung der Polnischen Sprache an deutschen Schulen bis zu den Universitäten zu einem  wichtigen Fundament der deutsch-polnischen Beziehungen werden kann. Polnisch ist inzwischen offizielle Sprache für die Bewerbung von Aspiranten für den Auswärtigen Dienst und ist für deutsche Diplomaten heute und für die Zukunft Schlüssel zum Erfolg exzellenter deutsch-polnischer Beziehungen.

Cornelia Pieper studierte angewandte und theoretische Sprachwissenschaften in Leipzig und Warschau. Ihren Abschluss machte sie mit dem Schwerpunkt Polnisch und Russisch, danach arbeitete sie u.a. als Übersetzerin und Dolmetscherin für Kultur- und Sportinstitutionen. Zwischen 2009 und 2013 war sie die Koordinatorin für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt. Seit 2014 ist Cornelia Pieper die Leiterin des Deutschen Generalkonsulats Danzig.

Moderation: Dr. Christian Suhm


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