Virtù und velocita: Die schnellen Pferde der italienischen Renaissance

Fokus: GESELLSCHAFT, Veranstaltungssprache: Deutsch

Der Vortrag geht dem Schau- und Repräsentationswert von schnellen Pferden im Zeitalter der italienischen Re- naissance nach, die ihr Können und ihre Geschwindigkeit vor allem bei den zahlreichen städtischen Paliorennen unter Beweis stellen konnten. Dort kamen zumeist von der nordafrikanischen Berberküste importierte Berberpferde (barberi) zum Einsatz, die allen zeitgenössischen Beobachtern als die eigentlichen Leistungsträger galten und sich als mediale Ikonen des Renaissancerennsports etablierten. Als kompetitive und komparative Leitbegriffe dieser Rennkonkurrenzen kursierten virtù (Leistungsstärke) und velocità (Schnelligkeit), die in der Palioberichterstattung von einer bildgewaltigen Geschwindigkeitssemantik flankiert wurden. Im Hintergrund standen hochspezialisierte Praktiken, Expertisen und Infrastrukturen der Rennpferdehaltung, die allein auf die Gewährleistung und Steigerung hippischer Höchstgeschwindigkeit ausgerichtet waren. Zugleich boten die Paliowettkämpfe den Besitzern schneller Pferde auch die Möglichkeit, Rennerfolge in symbolisches Kapital zu konvertieren und zur individuellen und dynastischen Statusdemonstration zu nutzen. 

Moderation: Professorin Dr. Cornelia Linde

Veranstaltungsort

  • Alfried Krupp Wissenschafskolleg Greifswald
    Martin-Luther-Straße 14
    17489 Greifswald