Dr. habil. Ibolya Murber

Alfried Krupp Junior Fellow
(Oktober 2017 - September 2018)

  • Geboren 1977, Komló (Ungarn)
  • Studium der Geschichte, Geographie und Pädagogik an der Universität in Pécs (Ungarn)
  • Univ.-Dozentin / Associate Professor im Historischen Institut an der Eötvös-Lóránd-Universität in Budapest

Fellow-Projekt: „Verflechtungen und Entflechtungen in divergierendem Raum. 'Borderland' zwischen Österreich und Ungarn“

An der Grenze Mittel- und Ostmitteleuropas waren Österreich und Ungarn im beginnenden 20. Jahrhundert in der gemeinsamen Österreichisch-Ungarischen Monarchie auf allen Ebenen miteinander verflochten. Trotz gemeinsamen Grenzen und andauernden transnationalen Prozessen jeglicher Art trifteten sie bis zum Ende des Jahrhunderts weit auseinander. In einer breit angelegten, multiperspektivischen und interdisziplinären Fallbeispielanalyse wird versucht, auf eine der brennenden Fragen des Grenzraumes zwischen Mittel- und Osteuropa eine Antwort zu geben: Welche Faktoren machten dieses Borderland zum divergierenden statt konvergierenden Raum? Im Rahmen des Projektes werden jene "harten" Faktoren - wie Politik- und Wirtschaftsgeschichte und jene der "weichen" Faktoren - wie Ideen, Normen, Werte und Kultur untersucht, welche diese Divergenz zwischen Österreich und Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg trotz jahrhundertelanger, gemeinsamer Staatengemeinschaft mitverantworteten. Das Projekt begreift die Außenpolitik als Resultat von Mehrebenenprozessen der kulturellen Kommunikation. Das Ziel der Analyse ist es, die Ebenen der Ideen und der Kultur mit Ereignissen und Prozessen der politischen Geschichte zusammenzuführen. Die internationalen Beziehungen werden hierbei als grenzüberschreitende Interaktionen mit Vernetzungen und Interdependenzen zwischen Staaten und Gesellschaften aufgefasst. Durch die Thematisierung transnationaler und transregionaler Transferprozesse werden grenzüberschreitende Verflechtungen aufgezeigt.