Dr. Sarah Hegenbart

Alfried Krupp Junior Fellow
(Januar 2021 - September 2021) 

  • Master of Studies in Ancient Philosophy (University of Oxford); Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin und der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin (Doppelstudium)
  • Promotion am Courtauld Institute of Art in London zum Thema "From Bayreuth to Burkina Faso: Christoph Schlingensiefs Opera Village Africa as postcolonial Gesamtkunstwerk?"
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design an der Technischen Universität München

Fellow-Projekt: „Eine Diagnose postfaktischer Politik: Dialogische Kunst und die Ästhetik der Schwarzen Diaspora“

Die Annahme, dass das gesellschaftliche Symptom der Postfaktizität das Scheitern der Auseinandersetzung mit multiplen Perspektiven und besonders denen des Globalen Südens, die die dominante Erzählung von der Überlegenheit des Westens herausfordern, indiziert, motiviert dieses Forschungsvorhaben. Mein Projekt rekurriert auf künstlerische Positionen der Schwarzen Diaspora, um zu untersuchen, wie sich in diesen Widerstand gegen essentialistisches Denken formiert. Meine Vermutung ist, dass das sogenannte “postfaktische” oder “postdemokratische” Zeitalter durch eine Aversion gegen die Ko-existenz verschiedener epistemischer Systeme gekennzeichnet ist. Dies erklärt, warum gerade die Tatsachen, die im Gegensatz zum Denken der weißen Vorherrschaft stehen, zunehmend durch propagandistische Strategien wie „fake news“ torpediert werden. Mit Fokus auf die visuellen und diskursiven Strategien von künstlerischen Positionen der Schwarzen Diaspora werde ich deren gegenkulturelles und politisches Potential untersuchen. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aspekt des Dialogischen: Inwiefern ermöglicht die Kunst der Schwarzen Diaspora (visuelle) Diskurse, die durch die Partizipation multipler Stimmen und divergenter Perspektiven bestimmt werden? Meine Hypothese ist, dass die dialogische Kunst der Schwarzen Diaspora die Fähigkeit Ambiguitäten auszuhalten stärkt und somit zum Widerstand gegen postfaktische Angriffe beiträgt.