Professorin Dr. Annette Vowinckel

Senior-Fellow, Oktober 2026 bis September 2027
Humboldt-Universität zu Berlin

  • Seit 2021 Außerplanmäßige Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Seit 2018 Mitherausgeberin der Kritischen Gesamtausgabe der Werke von Hannah Arendt
  • Seit 2014 Leiterin der Abteilung »Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft« am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

Fellow-Projekt: „Hannah Arendt historisieren!“

Die Rezeption von Werk und Person Hannah Arendts war in der Bundesrepublik lange von nahezu einstimmiger Zustimmung geprägt. Als Jüdin, als Frau, als Migrantin und als public intellectual ist sie zu einer intellektuellen Autorität, aber auch zu einer Projektionsfläche diejenigen geworden, die in den Wirren des deutschen „Versöhnungstheaters“ (Max Czollek) nach Orientierung suchen. In anderen Ländern, vor allem in Israel, aber auch in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten während des Kalten Kriegs, herrschte dagegen aus verschiedensten Gründen eine fast ebenso einmütige Ablehnung. 
Gegenstand meines Projekts ist eine Neubewertung Arendts als historischer Akteurin. Arendt soll dabei nicht nur als als eine der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts zu würdigen, sondern auch als kontroverse historische Figur, die man – mit den Worten Ernest Gellners – hätte erfinden müssen, wenn es sie nicht gegeben hätte.