Dr. Rebekka Hufendiek

Alfried Krupp Junior Fellow
(Februar 2020 - September 2020) 

  • Geboren 1981 in Bielefeld
  • Studium der Philosophie, Linguistik und Literaturwissenschaft in Bielefeld und Berlin
  • Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Basel
  • Ab Oktober 2020 SNF Eccellenza Professorin an der Universität Bern

Fellow-Projekt: „Herdenmoral: Die Entstehung der genealogischen Methode aus der Evolutionstheorie im 19. Jahrhundert“

In den letzten Jahren häufen sich Publikationen, die die Entstehung der menschlichen Moral zu erklären suchen. Da die unmittelbare Evidenz für die historischen Prozesse sehr spärlich ist, werden diverse Studien herangezogen, um Theorien zu plausibilisieren, die bei genauer Betrachtung ein Konglomerat aus funktionalen Erklärungen, fiktionalen Modellen, Analogieschlüssen und rationaler Rekonstruktion bilden. Durch diesen methodischen und explanatorischen Eklektizismus öffnen sich die Arbeiten unreflektierten Vorannahmen über die Natur des Menschen. Die ideologische Dimension dieser Annahmen soll in meiner Arbeit erstmals vergleichend analysiert werden.

In meiner Forschungszeit in Greifswald werde ich die wissenschaftstheoretische und ideologiekritische Analyse zeitgenössischer Arbeiten durch eine historische Einbettung ergänzen und vertiefen. Das Forschungsprojekt rekonstruiert die Entstehung der genealogischen Methode als historischem Erklärungsansatz zur Entstehung der Moral von Darwin bis Nietzsche. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf den verschiedenen Genealogien und ihrem jeweiligen Inhalt, sondern vielmehr auf der Entstehung der genealogischen Methode einerseits sowie den divergierenden Vorannahmen über die Natur des Menschen und deren ideologischem Kontext andererseits.