Es gibt nur wenig bildliche Darstellungen mit derart akkurater Kleider- und Schmuckdarstellung wie im Falle des Croy-Teppichs. Der Wiedererkennungswert der Porträts der weltlichen Würdenträger betrifft offensichtlich nicht nur ihre Gesichter, sondern insbesondere auch ihre jeweilige Garderobe. Schauben, Pelzbesatz, Huttracht und Schmuck entfalten Pracht und Glanz, was aber für die Ikonologie des Teppichbildes nicht unproblematisch ist. Denn die Reichspolizeiordnung setzte seit 1530 strenge Luxusgesetze, die mit bildlichen Darstellungen nicht selten kollidierten. Es ist zu prüfen, inwieweit der Croy-Teppich mit dem Gesetz auf Kollisionskurs stand.
Philipp Zitzlsperger studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Neuere Geschichte in München und Rom. Seit seiner Dissertation zu den Papst- und Herrscherporträts (2002) und seiner Habilitationsschrift zur Kostümkunde als Methode der Kunstgeschichte (2007) befasst er sich in der Forschung u. a. mit der Bedeutung von Kleidung im Bild, ihrer künstlerischen Verfremdung und der Unterscheidung zwischen Bild- und Alltagsrealität. Zitzlsperger ist Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck.
Moderation: Professor Dr. Kilian Heck
Veranstaltungsort: Pommersches Landesmuseum, Rakower Straße 9
