Im Gestus der Empörung. Über populistische Strategie und solche, die ihr naiv in die Hände spielen

Abendvortrag mit Anmeldung
Foto: Ralf U. Heinrichs

Empörung ist eine Disposition, von der rechte wie linke Populismen profitieren. Sie führt dazu, dass eine gelassene Abwägung politischer Alternativen zu dem als skandalös Bezeichneten nicht stattfindet, sondern sich die Befassung mit ihm im Emotionalen erschöpft. Mit der Veränderung des Mediensystems in den letzten Jahrzehnten hat eine Eskalation des Empörtseins stattgefunden. Es soll die These vertreten werden, dass solche Wellen der Empörung schlecht mit den Funktionsvoraussetzungen der Demokratie zusammenpassen, mehr noch, dass sie diese, wenn sie zum Dauerzustand werden, außer Kraft setzen. War die deliberative Demokratie also an die Gutenberg-Galaxis gebunden, und treten wir nun in eine Ära des Postdeliberativen ein? Vor allem diese Frage soll behandelt werden, verbunden mit einem ausführlichen Blick auf jene, die sich als Verteidiger der Demokratie ausgeben, aber deren Gegenteil sind.
 
Herfried Münkler war von 1992 bis 2018 Inhaber des Lehrstuhls für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Ideengeschichte der Frühen Neuzeit, Theorie und Geschichte des Krieges sowie Politische Kultur-Forschung.

Moderation: Dr. Christian Suhm

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