Die deutsche Ostseefischerei befindet sich in einer tiefen Krise: Den wichtigsten von ihr genutzten Fischbeständen geht es schlecht, dem Beruf fehlt der Nachwuchs, Windparks und Naturschutzgebiete reduzieren die befischbare Meeresfläche, Kormoran und Kegelrobbe fressen die übrigen Fische weg. Durch Fischereimaßnahmen allein lassen sich die Fischbestände nicht mehr aufbauen - große Teile der Fischerei sind seit Jahren geschlossen, und trotzdem zeigen die Bestände keine Erholungsanzeichen. Was würde passieren, wenn die Fischerei einfach verschwindet, wie der Kohlebergbau? Welche Möglichkeiten gäbe es, sie zu erhalten? Warum ist das erstrebenswert, und was müssten wir alle dafür tun?
Christopher Zimmermann ist Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei in Rostock, einer Bundes-Ressortforschungseinrichtung. Er berät die Bundes- und Landesregierungen, EU-Kommission, Parlamente des Bundes, der Länder und der EU sowie Wirtschaftsbeteiligte und Umweltverbände in Fragen der nachhaltigen Nutzung mariner Fischbestände. Zimmermann sitzt im Aufsichtsrat des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und ist deutscher Vertreter in ICES ACOM, der Gruppe, die die wissenschaftlichen Bewirtschaftungsempfehlungen für den Nordost-Atlantik verantwortet.
Moderation: Professor Dr. Steffen Harzsch
