Das „schmutzigste Meer der Welt“ als Sehnsuchtsort? Zur Umweltgeschichte des Ostseetourismus

Fokus: ERDE, UMWELT & KLIMA, Veranstaltungssprache: Deutsch

Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich rund um die Ostsee ein auf Naturerfahrung basierender Tourismus, der das europäische Binnenmeer zu einem der zentralen Sehnsuchtsorte des Kontinents gemacht hat. Mit den zunehmenden ökologischen Problemen des Anthropozäns wandelte sich dieser Sehnsuchtsort im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts diskursiv zum „schmutzigsten Meer der Welt“ und die Heilwirkung eines Bades im Meer verkehrte sich zur Gesundheitsgefahr. Der Vortrag analysiert, welche Antworten die Anrainer der Ostsee auf diese Krise des Mensch-Meer-Verhältnisses fanden – von den Tourist*innen und der Zivilgesellschaft über die Politik bis zu Resilienz-Strategien der Tourismuswirtschaft.

Jan-Hinnerk Antons studierte Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg und der Universität Kopenhagen, absolvierte als Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. Studienaufhalte in der Ukraine und habilitierte sich an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Seit Februar 2026 ist er Professor für transnationale Geschichte an der Universität Greifswald.

Moderation: Professor Dr. Steffen Harzsch

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