Politisch und korrekt: Zur Linguistik und Ethik von gendergerechter Sprache

Öffentlicher Abendvortrag

Vorschläge für eine gendergerechte Sprache setzen sich zunehmend durch, stoßen aber auch auf hitzige Kritik. Manche sehen darin Ablenkungsmanöver „neoliberaler Eliten“, andere einen Eingriff in die Meinungsfreiheit. In meinem Vortrag begründe ich die Notwendigkeit einer nicht-diskriminierenden Sprache aus einer sprachwissenschaftlichen und einer moralphilosophischen Perspektive. Ich betrachte das Für und Wider aktueller Lösungsvorschläge, wie das viel diskutierte Gendersternchen und argumentiere, dass Sprache  immer eine politische Dimension hat, die von der Sprachgemeinschaft gestaltet werden muss.

Anatol Stefanowitsch studierte anglistische und angewandte Sprachwissenschaft in Hamburg und promovierte an der Rice University in Houston in allgemeiner Sprachwissenschaft. Nach beruflichen Stationen in Bremen und Hamburg lehrt er seit 2012 an der Freien Universität Berlin. In seiner Forschung befasst er sich mit sprachlichen Strukturen aus einer quantitativen, gebrauchsgestützten Perspektive. Daneben schreibt er über Sprachpolitik, politische Sprache und sprachliche Diskriminierung. Seine Streitschrift „Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen“ ist im März 2018 im Dudenverlag erschienen.

Moderation: Professor Dr. Theresa Heyd


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