Sprache, Weltbezug und sprachliche Macht im Lichte neuerer Sprachphilosophie

Öffentlicher Abendvortrag

Im 20. Jahrhundert haben Sprachphilosophien vieler Traditionen Positionen formuliert, die mit einem repräsentationalistischen Paradigma brechen. Sprachliche Ausdrücke haben demnach nicht dadurch Bedeutung, dass sie sich auf etwas in der Welt beziehen, sondern dass sie in Relationen zu anderen sprachlichen Ausdrücken stehen. Damit aber droht die Sprache als eine bloße Struktur betrachtet zu werden, die mit der Welt nicht in Kontakt tritt. Diese Drohung hat unter anderem bei neostrukturalistischen Positionen die Reaktion hervorgerufen, die sprachliche Struktur als immer schon durch die Welt geprägt zu begreifen. Die Kehrseite eines solchen Verständnisses liegt in dem Gedanken, dass die Sprache immer auch schon die Welt prägt. Der Vortrag will die Position neostrukturalistischer Sprachphilosophien im Kontext anderer Sprachphilosophien der Gegenwart (im weitesten Sinn) diskutieren. Dabei steht besonders die Frage im Zentrum, wie Sprache und Welt sich wechselseitig prägen und welche Macht der Sprache in diesem Zusammenhang zukommt.

Georg W. Bertram ist seit 2007 Professor für Philosophie (mit Schwerpunkten in Ästhetik und Sprachphilosophie) am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. 2002-2007 war er Juniorprofessor für Philosophie an der Universität Hildesheim sowie 1996-2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich von Prof. Martin Seel an der Universität Gießen (Promotion dort 1997, Habilitation an der Universität Hildesheim 2004). Gastprofessuren an der Universität Wien (2006), der Universität Turin (2015), der Universität Roma Tre (2015) und der IULM Mailand (2017).

Moderation: Professor Dr. Andreas Ohme


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