„MeMo“

Öffentlicher Abendvortrag

Diese Greifswalder Bachwoche wird die fünfundzwanzigste und zugleich die letzte unter Leitung von KMD Prof. Jochen A. Modeß sein.
Als Thema seiner ersten Bachwoche im Jahr 1994 hatte er "Bach und Mendelssohn" gewählt. "MeMo" steht so einerseits für die Rückbesinnung auf das von ihm geprägte Vierteljahrhundert der Greifswalder Bachwoche und andererseits für Mendelssohn sowie, ganz klein, Modeß - auch als Komponist. Das Zentrum bilden Werke mit Bearbeitungsbeziehungen: Bachs Matthäus-Passion BWV 244 in der Fassung, in der sie Mendelssohn nach langer Vergessenheit wieder bekanntmachte (8.6., 20 Uhr Dom St. Nikolai), Bachs Messe g-Moll, die Jochen A. Modeß im "Parodieverfahren" aus der Missa g-moll BWV 235, dem Sanctus D-Dur BWV 238 und aus anderen Vokalwerken Bachs zu einer "Missa tota" erweitert hat (6.6., 20 Uhr Dom St. Nikolai), sowie als Uraufführung (!) Mendelssohns Oratorium: "Christus: Erde, Hölle, Himmel", das der Bachwochenleiter im gleichen Parodieverfahren aus dem Oratorienfragment "Erde, Hölle und Himmel" (MWV A 26, meist "Christus" genannt) und weiteren Kompositionen Mendelssohns zusammengestellt hat (10.5., 20 Uhr, Dom St. Nikolai). In gewohnt kurzweiliger Form wird der Künstlerische Leiter der Greifswalder Bachwoche in diese und die weiteren der insgesamt 43 Veranstaltungen der kommenden Greifswalder Bachwoche einführen.

Prof. Modeß selbst sagt zu der besonderen Situation dieser letzten von ihm gestalteten Bachwoche in seinem Einführungswort zum Programmheft der 72. Greifswalder Bachwoche: "Alles hat seine Zeit. Bachwochenleitung übernehmen hatte seine Zeit, vor fünfundzwanzig Jahren. Es begann für mich eine herausfordernde, kreative, erfüllte Zeit, die bis heute, bis zur 72. Greifswalder
Bachwoche andauert."

Die Bachwoche hat wieder ihre Zeit. Im schönen Greifswalder Frühsommer. Im engen Zeitrahmen einer Woche bietet sie im bewährten Raster erfüllte Musiktage, von den Geistlichen Morgenmusiken bis zur Mitternachtsmusik.
Rückblick hat diesmal seine Zeit: MeMo. Erinnerungen an die 48. Greifswalder Bachwoche mit dem Modeß-Einstieg. Und an Besonderheiten und Novitäten aus den vielen anderen Jahren. Bach natürlich im Mittelpunkt. Dazu ein besonderer Schwerpunkt, wie vor fünfundzwanzig Jahren, auf Mendelssohn, dem Bach-Wiederentdecker. Wir spüren den ersten Wieder-Aufführungen der Matthäus-Passion Bachs unter seiner Leitung nach und zeigen – wie auch mit seinem Bachdenkmal-Orgelkonzert und in den Kinderkonzerten – seine große Bedeutung für die Bach-Rezeption auf. Dazu erklingen viele seiner Kompositionen aus verschiedenen Genres.
Die Bachwochen haben mir viele Gelegenheiten gegeben, mich kompositorisch einzubringen: Modeß-Musik darf auch in dieser Bachwoche erklingen, in ganz verschiedenen formalen Ansätzen: am deutlichsten wird das in der Caspar-David-Friedrich-Nacht mit den Kompositionen zu vierundzwanzig Bildern. Und auch meine Arbeit als Bearbeiter wird wichtige Bausteine dieser Bachwoche liefern: die Ergänzungen der g-Moll-Messe von Bach und des Christus-Oratoriums von Mendelssohn. Aus diesen Bausteinen hat sich für die 72. Greifswalder Bachwoche MeMo ein vielfältiges Programm entwickeln lassen.

Moderation: Professor Dr. Michael Sauthoff

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