Wie pragmatisch darf/soll Ethik sein?

Öffentlicher Abendvortrag

Indem die Ethik wesentlich mit der Entwicklung und Prüfung von Handlungsvorschriften beschäftigt ist, nimmt sie notwendig Bezug auf unsere lebensweltliche Praxis. Strittig ist allerdings, wie dieser Bezug zu verstehen ist. Tobias Fischer vertritt die Auffassung, dass ethische Theorien nur soweit praxisrelevant sein können, wie ihre Anwendung reale Probleme nicht nur komplex analysiert, sondern den Beteiligten echte Lösungsmöglichkeiten bietet. Sebastian Schleidgen argumentiert demgegenüber, dass die pragmatische Aufgabe der Ethik primär in der institutionellen Verankerung adäquat begründeter Handlungsanweisungen sowie der Motivierung des Einzelnen zu entsprechendem Handeln liegt.

Tobias Fischer studierte Mittelalterliche Geschichte, Philosophie und Historische Anthropologie in Freiburg und Birmingham. Ab 2002 folgten Beschäftigungen am Zentrum für Ethik und Recht in der Medizin in Freiburg, der Universitätsmedizin Greifswald sowie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, wo er 2011 zu ethischen Aspekten der Samenspende promovierte. Seit April 2009 koordiniert er das Department für Ethik, Theorie und Geschichte der Lebenswissenschaften in Greifswald und forscht zu ethischen Problemfeldern der Individualisierten Medizin.

Sebastian Schleidgen studierte Philosophie und Soziologie an der Universität Konstanz und promovierte am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften in Tübingen in Philosophie. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin in München und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg. Derzeit ist er am Lehrstuhl für Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar beschäftigt.

Moderation: Privatdozent Dr. Dr. Martin Langanke

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